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Indianerleben genial, herausfordernd und lehrreich! Biwakieren, Schlauchbootfahren, Büffel jagen, Basteln, Spielen, Geschichten hören, Theater spielen und singen – die Kinder des BESJ Jungscharlagers des Oberengadins kehrten am vergangenen Samstag mit vielfältigen und prägenden Eindrücken aus ihrem Indianerlager im Zürcher Unterland zurück
. Der Häuptling war mit seinem Scout und einigen kräftigen Kriegern der evangelischen Freikirche Celerina vorausgezogen. Im Zürcher Unterland, wo sich Töss und Rhein treffen, waren sie fündig geworden. Ein Winterlagerplatz, geschützt vor den Blicken des Feindes, mit genügend Trinkwasser lag vor ihnen. Hier bauten sie bis zum Eintreffen des Stammes die Tippies auf und schafften das nötige Material für all die Spiele, Bootsausflüge, OL‐Läufe und vor allem für viele knurrende Mägen herbei. Dann am Samstag vor einer Woche war es soweit. 30 acht‐ bis dreizehnjährige Jungs und Mädchen erreichten mit dem zwölfköpfigen Leiterteam von Bülach her den Lagerplatz. Bezogen ihre Zelte und nahmen als erste Lagerzeremonie die Taufe mit dem für eine Woche gültigen Indianernamen vor. Kurz vor Mittag bietet der Lagerplatz ein idyllisches Bild: Rauch steigt aus dem Küchenzelt auf, zuhinterst vor den Zelten spielen einige Jungs Fussball, andere sitzen bei einem Feuer und schnitzen Holz, Mädchenstimmen tönen vom Fluss herauf. Die Besucherin wird neugierig begrüsst, schliesslich kommt nicht jeden Tag jemand vorbei, und später beim Essen plaudern die Kinder und erzählen von ihren Abenteuern. Von der Geschichte von James Evans, einem kanadischen Missionar, der den Indianern unter anderem beizubringen versuchte, den Sonntag als Ruhetag einzuhalten. „Er hat dies mit seinen Männern beim Flüssen der Felle getan und sie brachten trotz Ruhetag genau die gleiche Leistung wie diejenigen, die sieben Tage arbeiteten“, erzählt ein Mädchen. Geübt hätten sie das, als sie auf dem Biberlehrpfad rund zweieinhalb Stunden zum Biwak‐Platz gewandert seien, ergänzt ein anderes Kind. Ihm habe das Biwakieren mit dem Schlauchbootfahren auf dem Rhein absolut am besten gefallen, erzählt ein weiterer Junge und seine Augen strahlen, als er sich erinnert, wie sie selbst das Biwak aufgebaut und auf offenem Feuer Risotto gekocht hatten. Auf dem Programm standen aber auch eine Büffeljagd, Bogenschiessen, Orientierungsläufe im Gelände, Feuer entfachen ohne Zundhölzer und das Basteln von Indianerutensilien. Jeweils morgens nach dem Aufstehen und abends gab es Zeiten der Ruhe, des Nachdenkens und zum Bibel lesen. Immer wieder wurde auch gesungen und getanzt. Und eigentlich war selbst das ganz normale Leben im Zeltlager genial, lehrreich und herausfordernd. Das Plumsklo hinter Militärblachen – immerhin mit Wasserspülung, der Waschraum für Mädchen und Jungs getrennt, wo das Wasser aus einem langen Rohr durch gebohrte Löcher in einen Plastiktrog runterprasselte. Das Duschen in der unmittelbar hinter dem Lager durchfliessenden Töss, wo selbst einige der strammen Krieger einige Zeit brauchten, bis sie ganz untergetaucht waren. Jede Zeltgemeinschaft organisierte zudem ihr Zusammenleben im Tippi selbst. Die Jungs, die zwar eine sehenswerte Wäscheleine bauten und ihre Tücher dort aufhängten, sie jedoch über Nacht hängen liessen und am morgen nach nächtlichem Regen klatschnass vorfanden, werden ihre Lektion daraus gelernt haben. Dass die muntere Schar keinen Hunger litt, dafür waren zwei Mütter verantwortlich. Sie improvisierten im Küchenzelt mit vielen helfenden Händen und prutzelten auf offenem Feuer köstliche Gerichte wie Kartoffelstock mit Geschnetzeltem, Rösti, Penne mit Schinken und Rahm oder Chili con carne. Jeden Morgen wurden an die sechs Kilo Brot geschnitten, unzählige Salatköpfe gewaschen, Kartoffeln und Zwiebeln gerüstet. Einziges modernes Hilfsmittel war der Kühlschrank. Gegessen wurde entweder im Freien oder aber im Sarasani, dem Gemeinschafts‐Tippi, gleich neben dem Marterpfahl, der am zweitletzten Lagerabend zum christlichen Kreuz umgestaltet wurde. Soviel positives! Nichts negatives? Einige der strammen Jungkrieger und Squaws fanden das Helfen beim Abwasch, das Zähneputzen nach jeder Mahlzeit sowie das Ordnung halten im Zelt nicht gerade cool. Aber sonst, da waren sich bei der Verabschiedung des Besuches alle einig, war dieses Lager ganz einfach „super mega lässig“.
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